U13 Sommercup Erlangen

Vier Jahre und vierzig Tage veganes Daseins muss man nicht feiern, aber 1.) so lange war ich es an jenem Sonntag und 2.) müsste man es eigentlich doch, zumindest wenn man Bezug auf den Turniersieg nimmt, den die Mannschaft erneut ohne Gegentreffer geradezu im Vorbeigehen einheimste. Die Erlangener Luft tat wohl gut, mir ein wenig zu gut, aber fangen wir mal von vorne an. 

Das angedachte internationale Turnier war an sich trotz zahlreicher Absagen mit namhaften Vereinen bestückt. Ich habe gerade einmal kurz nachgeschaut, wer da denn so alles mit von der Partie war. Normal sollte man das eigentlich vor einem Turnier machen, aber an diesem Tag war ich ja nur eine Art Mannschaftsbetreuer. 
Meine Erkenntnisse somit im Nachgang:

Gruppe 1 
SV Tennenlohe: Kreisgruppist (2.), Quali-Gruppe zur Kreisklasse (6.)
Torpedo Wladimir: unbekannt, aber pfeilschneller 2004er Jahrgang aus Russland
SC Uttenreuth: Kreisligist (Vorletzter und Absteiger)
SG Nürnberg Fürth 1883: Kreisligist Erster - Aufstieg BOL

Gruppe 2
SG Siemens Erlangen: Kreisgruppist (2.), Quali-Gruppe (1.) - Aufstieg Kreisklasse
DJK Falke Nürnberg: Kreisgruppist, aber mit der D1 angetreten
DJK Don Bosco Bamberg 2: Kreisgruppist (2.) :-) 
HC Erlangen: kein Fußballverein, aber älterer Jhg., die ballsichersten FußHandballer

Die letztgenannte besondere Truppe aus älteren "Junghandballern", die ausgezeichnet Fußball zusammen spielten, beeindruckte im gesamten Turnier und wurde auch verdient Zweiter. Dass wir unser erstes Spiel gegen sie hatten war ein großes Glück, steigerten sie sich doch von Spiel zu Spiel und blieben nach der 1:0 Auftaktniederlage gegen uns im weiteren Verlauf ungeschlagen.
Die SG Siemens Erlangen dagegen hielten Wolfgang und ich für schlagbar, was sie auch waren. Bereits nach 6 Minuten stand es 2:0, 3:0 endete das Spiel letztendlich nach 20 Minuten.
Die DJK Falke Nürnberg war hingegen - aus Diözesanturnieren früherer Jahre - kein wirklich unbekanntes Blatt. Sie waren immer schon unangenehm. Die Tatsache, dass sie mit ihrer D1 aufschlugen (die D2 war am gleichen Tag beim Diözesanturnier in Rothensand) war das gerne genannte I-Tüpfelchen, dass man hier vorsichtig sein sollte. Es war allerdings auch das letzte Gruppenspiel und der HC Erlangen gewann gegen diese Mannschaft, so dass wir dank dem direkten Vergleich nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden konnten. Die Jungs konnten also locker aufspielen, was sie mit dem "Biathlon-Dazustoßer" dann auch munter taten. Am Ende stand es völlig gerecht 4:0. 

Da das Turnier keine KO-Runde hatte, waren wir somit im Finale und hatten 2 Stunden Pause. An dieser Stelle komme ich zum eingangs erwähnten "Zu-Gut-Tun". Ich nutze die Zeit für ein kleines Nickerchen auf einer Bierbank, den Blick gen bewölkten Himmel gerichtet. Eine frische Prise wehte mir über die Nase - das Wetter war immer so haarscharf vor einem Regenfall entfernt. Normal vermumme ich mich ja bei Spielen und Turnieren hinter einer Maske aus Sonnenbrille und Kopfbedeckung. An diesem Morgen waren jedoch meine Haare gewaschen, von daher hielt ich Abstand davon die mitgebrachte Baseball-Cap auf mein Haupt zu ziehen. Das Resultat konnte jeder sehen, der mir einen Tag danach begegnete: ein hübscher Sonnenbrand auf Stirn und Nase. Und ja, das ist mitunter ein wenig unangenehm.

Wie auch immer, das Finale kam. Der Gegner war etwas überraschend der SC Uttenreuth. Der von mir favorisierte Verein aus dem fernen Russland war zwar neben uns die einzige Mannschaft, die das Turnier ohne Gegentor beendete, allerdings leider auch mit nur drei 0:0-Spielen in der Vorrunde. Da Uttenreuth den Kreisligisten SC Nbg./Fürth offensichtlich schlug (ich hab mir nicht jedes Spiel angesehen), kam es zu diesem finalen Aufeinandertreffen der Gruppenersten.
Nach so langem Gequatsche kann ich es schnell beenden: wir gewannen 3:0. Und selbst im Endspiel hielt Wolfgang an seiner Abmachung fest, die so ungefähr lautete: "Ab 3:0 spielt die Abwehr vorne." Das hab ich aber ein paar Minuten vor dem Ende dann doch noch geändert, zum Unmut der Kinder, aber ich wollte das letzte Spiel der Mannschaft nicht mit einem Gegentor beenden. Ein wenig Zielsetzung braucht man schon. 

So, und jetzt habe ich fertig. Das letzte Turnier in Rödental fällt quasi aus der Wertung, da es auf Kleinfeld (mit 5 Feldspieler + Torwart) ausgetragen wird. Somit endet die Saison mit einer grandiosen Siegesserie, die letzten 11 Spiele ohne Gegentor! Dafür nehme ich den "Hut ab".